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Neue Wege bei der Ferkelkastration für umsetzbaren Tierschutz

Ende Januar hatten Wissenschaftler aus der Veterinär- und Humanmedizin, Wirtschaft, Politik sowie Bauernfunktionäre an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München die Umsetzung der wirksamen Schmerzausschaltung bei der Kastration von männlichen Ferkeln ausgiebig diskutiert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Straubinger wurde schnell deutlich, dass die Methode der Lokalanästhesie mit begleitender Schmerzmittelgabe der richtige Weg ist und nun praxistauglich umgesetzt werden muss.

Neue Wege bei der Ferkelkastration für umsetzbaren Tierschutz

Damit ist eine von höchster wissenschaftlicher Kompetenz getragene Stellungnahme zur Neuregelung nach dem Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration in der Diskussion und die Forderung der Land- und Fleischwirtschaft nach der Zulassung der Lokalanästhesie zur wirksamen Schmerzausschaltung wird untermauert.

Eine Lokalanästhesie gewährleistet eine wirksame Schmerzausschaltung im Operationsgebiet. Dies gilt neben vielen anderen chirurgischen Eingriffen in Human- und Veterinärmedizin auch für die Ferkelkastration. Es gibt allerdings kein anerkanntes Verfahren zur Messung einer vollständigen Schmerzausschaltung bei Tieren. Die schmerzausschaltende Wirkung von Lokalanästhetika ist aber in der Humanmedizin seit Jahrzehnten anerkannt.

In dem Bestreben, den höchstmöglichen umsetzbaren Tierschutz bei der Ferkelkastration zu gewährleisten, befürworten die Teilnehmer folgende zeitnahe Maßnahmen:

  • Procain ist ein seit 1905 bewährter Wirkstoff und kann zur Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration durch den Tierarzt eingesetzt werden. Es wird empfohlen, zeitnah den Einsatz modernerer Präparate wie Lidocain für die Lokalanästhesie beim Ferkel zu erwirken. Die Indikationserweiterung durch Umsetzung des Landwirts ist praxisnah.
  • Ziel aller Beteiligten ist es, eine Lösung für die Lokalanästhesie beim Ferkel bis Ende 2018 zu erreichen.

Zu diesem Thema lesen Sie bitte auch das Expertengespräch „Keine Zeit zu verlieren“ zum Thema Ferkelkastration mit Stephan Neher (Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Franken-Schwaben) und Dr. Karl-Heinz Tölle (Interessengemeinschaft Schweinehalter Deutschlands e.V.). Klick.